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Welches Zubehör benötige ich für die Unterwasserfotografie?

18. März 2009 | keine Kommentare | Geschrieben in Unterwasserfotografie

Dieser Beitrag ist die Fortsetzung von Worauf sollte man beim Kauf eines Unterwassergehäuses achten?. Wenn man sich nun also für eine DSLR bzw. einen Hersteller entschieden hat, muss geprüft werden, welche fotografischen Aspekte umgesetzt werden sollen. Man kann natürlich gleich mit dem rundlos sorglos Paket anfangen, womit man (fast) alles abdecken kann, aber dies wird meist viel zu teuer, sodass man erst klein anfangen sollte. Je nachdem für welche Art von Fotografie man sich interessiert muss/sollte das Zubehör ausgewählt werden. Hierzu kann man die Unterwasserfotografie in zwei “grobe” Teilbereiche aufteilen.

#1 - Weitwinkel

In dieser Sparte möchte ich alle Weitwinkel- und Fisheye-Objektive zusammenfassen. Im Weitwinkelbereich sind z.B. klassische Korallenpanoramen, Wrackaufnahmen oder Haiaufnahmen anzusiedeln.

#2 - Makro

Die Welt der “Kleinen” kann so faszinierend sein, sodass man zur heutigen Zeit verstärkt auf Makroobjekive mit einem mögl. Abbildungsmasstab von 1:1 zurückgreift. Je nach Brennweite eignen sich diese Objektive für Fischporträts “größerer” Fische bis hin zu formatfüllenden Aufnahmen kleinster Schnecken.

Beide Kategorien benötigen ein unterschiedliches Zubehör. Generell ist der Einstieg in die Makrofotografie günstiger, denn hier ist der Port in den meisten Fällen wesentlich günstiger. Hierzu ein kurzer Einschub:

Bei Makroobjektiven nutzt man grundsätzlich einen Planport, d.h. der Port besteht aus einer planaren Scheibe, wodurch fotografiert wird. Bei Weitwinkelobjektiven wird ein sog. Domeport benötigt. Dieser Port hat eine gewölbte Scheibe. Die meisten Hersteller unterscheiden zudem zwischen WW-Dome und FE-Dome. Der Fisheye-Dome muss eine Halbkugel sein, da es ansonsten zu Vignettierungen und einer erheblichen Beeinträchtigung der Bildqualität kommen kann. Diese Domeports sind in der Fertigung wesentlichaufwendiger und kosten deshalb teilweise das 5-fache im Vergleich zu einem Planport.

In beiden Fällen benötigt man hingegen ein oder zwei ext. Blitzgeräte - hierfür gibt es mehrere Gründe.

#1 - Licht

Mit zunehmender Tiefe wird es dunkler, da die Sonne das Wasser nicht wie Luft durchdringt. Aus diesem Grunde ist es auf 20m dunkler als auf z.B. 5m. Jeder, der bereits an Land fotografiert wird den Leitspruch “Es kann nie genug Licht geben!” kennen. Das gleiche gilt natürlich auch hier und wird durch das Wasser wesentlich verstärkt.

#2 - Absorption des Farbspektrum

Leider absorbiert Wasser außerdem die Farben. Ab einer Tauchtiefe von ca. 5 Meter wird man kein richtiges Rot mehr finden, ab 10 Meter kein Orange, ab 20 Meter kein Geld und ab 30m kein Grün. Das ist der Hauptgrund warum es so viele Unterwasserfotos gibt, die völlig blau- oder grünstichig sind.

#3 - Abblenden

Natürlich möchte man wie an Land die Möglichkeit haben abzublenden, damit die Tiefenschärfe zunimmt und evtl. Randunschärfen verhindert werden können. Im Makrobereich sind Blende 11 bis 16 beliebt.

Ohne einen Blitz kann man diese drei Probleme/Möglichkeiten nicht aushebeln, sodass blasse und verwaschene Fotos die Folge sind, denn es fehlt an Licht, Farbe und technischer Umsetzbarkeit.

Wie bei vielen Dingen im Leben gibt es natürlich auch hier eine Ausnahme. Im Weitwinkel- und Fisheyebereich haben findige Unterwasserfotografen einen Rotfilter entwickelt, der mittels Weissabgleich, das Farbspektrum so verschiebt, dass die Farbabsorption fast ausgeglichen werden kann. Das funktioniert natürlich nicht immer, hierzu benötigt man folgende Bedingungen:

  • viel Licht (Sonnenschein)
  • passable Sicht
  • eine Tauchtiefe von 5 bis max. 20 Metern

Mit ein wenig Übung und Fotowissen kann man mit diesen Rotfiltern eine Menge erreichen. Der bekannteste Hersteller hat seine Rotfiter mit dem Namen Magic-Filters auf den Markt gebracht. Die Entwickler haben zusätzlich vor kurzem eine DVD veröffentlicht, wo man lernt mit den Magic Filtern zu fotografieren. Ein Review von mir findet ihr hier.

Die Auswahl an Blitzgeräten ist gigantisch. Man muss sich mit dem Thema ein paar Stunden, wenn nicht sogar Tage beschäftigen, damit man eine Entscheidung treffen kann. Aus meiner Sicht sind für den Kauf eines ext. Blitzes folgende Gesichtspunkte sehr wichtig:

  • Leistung (schwer nachzuprüfen, weil jeder Hersteller etwas anderes angibt)
  • Ausleuchtwinkel
  • Farbtemperatur
  • Anschlussmöglichkeiten (Nikonos 5, S6, fiberoptisch)
  • TTL-fähig (iTTL, eTTL, S-TTL, DS-TTL)
  • Energieversorgung (Akku, Batterie)

Nun die Erläuterung zu den einzelnen Punkten.

Die Leistung  der Blitze sind gerade im Weitwinkelbereich entscheidend. Leider machen die Hersteller keine genormten Angaben dazu. Jeder Hersteller spricht zwar von einer sog. Leitzahl. Diese Leitzahl wird allerdings unter unterschiedlichen Bedingungen gemessen und sind dadurch natürlich nicht vergleichbar. Hierzu sollte man in jedem Fall eine Recherche im Internet durchführen oder in Fachforen nachfragen.

Im Makrobereich spielt der Ausleuchtwinkel nur eine sehr geringe Rolle, da man meist einen Bildwinkel kleiner 20° hat. Im Weitwinkelbereich, wo es bis zu 180° Bildwinkel geht, ist es natürlich schon von wichtiger Bedeutung einen Blitz zu haben, der einen hohen Ausleuchtwinkel hat. Zwei seperate Blitzgeräte vereinfachen das natürlich, aber es gibt auch viele Profis, die auf nur ein Gerät schwören - mit Erfolg. Die Ausrichtung des Blitzgerätes muss dann allerdings perfekt sein.

Die Farbtemperatur ist massgeblich für die Qualität von Mischlichtaufnahmen zuständig. Eine Farbtemperatur nahe der Farbtemperatur der Sonne ist empfehlenswert. Manche günstigen Blitze bieten zusätzlich Difussor an, womit der Leuchtwinkel und die Farbtemperatur verändert werden können.

Besonders wichtig ist natürlich der Anschluss. Entscheidend sind die genutzte Kamera und das genutzte Unterwassergehäuse. Nikonos 5 wird von fast allen “alten” Analogblitzen verwendet, findet aber auch heute noch Anwendung. Bei Nikon z.B. wird das iTTL-Protokoll weiterhin über Nikonos 5 angesprochen. Bei Canon benötigt man allerdings S6, wenn der TTL-Controller im Blitz sitzt. Wenn der TTL-Controller hingegen im Gehäuse sitzt oder man manuell belichtet, dann reicht auch bei Canon ein Nikonos 5 Anschluss. Kompaktkameras und mittlerweile auch teuere DSLR-Gehäuse können fiberoptisch an einen Blitz angeschlossen werden. Hierzu wird der interne Blitz der Kamera zum Auslösen der ext. Blitze verwendet.

In vielen Foren findet man haufenweise Diskussionen, ob TTL unter Wasser praktikabel ist oder nicht. Im Makrobereich hat man mit aktuellen TTL-Logiken eine Trefferqoute von ca. 99%. Im Weitwinkelbereich ist es wesentlich schwieriger, da man mit Mischlicht arbeitet. Es funktioniert dennoch, wenn man weiss wie. Ich habe früher manuell geblitzt und bin mittlerweile froh auch TTL nutzen zu können. Je nach Situation entscheide ich also, ob ich TTL nutzen möchte oder nicht. Aktuelle Blitze von Sea & Sea, INON oder Subtronic sind alle TTL-fähig. Dennoch brauch man hier einen TTL-Controller - entweder im Blitz (z.B. bei Subtronic) oder im Gehäuse. Alte und günstige Analogblitze sind dafür nicht geeignet, weil die Elektronik dieser Blitze zu alt und zu langsam sind um die aktuellen Protokolle verstehen zu können.

Wenn man all diese Fragen geklärt hat, geht es natürlich noch weiter … Blitzarme, Blitzklemmen, Fokuslicht und noch vieles mehr. Das wird in den nächsten Tagen folgen.

2. Goldene Regel:

Das Zubehör ist wichtig und kostet auch ziemlich viel Geld. Zunächst sollte man sich erst für einen Bereich der Unterwasserfotografie entscheiden, damit der Einstieg nicht übermäßig teuer wird.

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