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Unterwasserblitz: INON S-2000 Review mit Test

6. April 2011 | 2 Kommentare | Geschrieben in Unterwasserfotografie

Unterwasserblitze sind essentiell wichtig in der Unterwasserfotografie. Ohne passendes Equipment werden die Bilder blaustichtig und flau. Ein Unterwasserblitz verhält sich wie ein Farbpinsel. Jedes Objekt, welches durch den Blitz angestrahlt wird, erhält seine Farbe zurück. Natürlich max. über eine Distanz von 1,5 Metern, denn der zurückgelegte Lichtweg beträgt dann insgesamt 3 Meter. Bei einer Distanz ab 3 Metern beginnt durch das Wasser die Filterung von Farben.

Das ist eine grobe Einführung, warum und wie man Unterwasserblitze einsetzt. Ich habe über die Jahre viele verschiedene Blitzmodelle von unterschiedlichen Herstellern verwendet. Warum? Jeder Unterwasserblitz hat seine Stärken und Schwächen. Heute möchte ich Euch den INON S-2000 vorstellen. Klein, aber fein. INON beweist mit diesem Unterwasserblitz, dass man keinen 2 Kilo Klotz braucht, damit man einen guten Unterwasserblitz in der Hand hält. Mit nur 689g bietet sich dieser Blitz in Zeiten von immer weniger Freigepäck auf internationalen Flügen an. Trotz der geringen Größe und Maße überzeugt dieser Unterwasserblitz mit Leistungsreserven und vielen Funktionen, die einen guten Unterwasserblitz ausmachen.

Produktmerkmale INON S-2000

  • S-TTL
  • 12 manuelle Leistungsstufen
  • Ausleuchtwinkel 100° x 100°
  • Leitzahl 22

Falls Ihr nicht wisst, was S-TTL ist: Das S steht für Slave und ist eine Eigenentwicklung von INON. Bei Sea & Sea heisst es z.B. DS-TTL. Wenn der Blitz im S-TTL Modus betrieben wird, kopiert der INON S-2000 das Blitzsignal des internen Blitzes (das gilt sowohl für Kompaktkameras, als auch für DSLRs). Durch diese 1:1-Kopie funktioniert die eTTL (Canon) oder iTTL (Nikon) Belichtung hervorragend ohne zusätzliche TTL-Konverter kaufen zu müssen. In der Praxis werden somit die Vorblitze kopiert und anschließend der große Hauptblitz für die Belichtung ausgelöst - alles durch den internen Blitz gesteuert. Desweiteren stehen alle Funktionalitäten, die eTTL oder iTTL anbieten, zur Verfügung. Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass das TTL-Signal nicht umgewandelt werden muss und somit deutlich problemloser funktioniert. Last but not least - man benötigt nur sog. Lichtleiterkabel, die nicht so fehleranfällig wie elektronische Kabel (Nikonos-V bzw. Canon S6 Anschluss) sind. Falls der ungewöhnliche Fall eintritt und im Lichtleiterkabel ein Knick ist, kann man das Kabel an dieser Stelle abschneiden und einfach “weiterblitzdingsen”.

Dieser Blitz bietet sich somit nicht nur hervorragend für Kompaktkameras an, sondern auch für DSLRs, wo der interne Blitz im Gehäuse aufgeklappt werden kann.

Wie verhält sich der INON S-2000 in der Praxis?

Die kompakte Bauweise und das geringe Gewicht sorgen unter Wasser für jede Menge Freiheiten. Man kann den Blitz problemlos direkt neben den Port positionieren, was bei Supermakros wirklich von Vorteil ist. Das kalte Licht (bzw. die kühle Farbtemperatur der Blitzröhren) spielt alle Vorteile in der Makrofotografie aus. Verblüffend ist, dass man jede Menge Leistung geboten bekommt, die man in Anbetracht der Größe nicht erwartet. Die vier AA-Batterien sind schnell gewechselt, sodass man nur wenig Wartungsaufwand während der Tauchpause hat. Bei drei bis vier Tauchgängen pro Tag kommt man mit einer Ladung sehr gut aus, sodass man die Batterien “nur” einmalig am Abend wechseln sollte.

Fazit

Der INON S-2000 ist für mich ein sehr guter Allrounder. Es gibt nur wenige Ausnahmen, die man mit diesem Blitzgerät nicht machen kann. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Klein, kraftvoll, viele sinnvolle Funktionen, preiswert und vielseitig einsetzbar. Auf meiner letzten Reise nach Raja Ampat habe ich mal wieder gemerkt, dass große und schwere Blitze ab und zu die Situationen nicht vereinfachen. Flugreisende werden das geringe Gewicht zu schätzen wissen, denn es wird immer schwieriger und teurer seine komplette Fotoausrüstung von A nach B zu transportieren. Für Umsteiger oder Leute, die gerne mit Weitsicht kaufen, ist dieser Blitz auch sehr gut geeignet, denn wenn die Kompaktkamera durch eine DSLR ersetzt wird, kann man den Blitz ohne Probleme weiternutzen. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.

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2 Kommentare to “Unterwasserblitz: INON S-2000 Review mit Test”

  1. Andreas Schwarz Says:

    Vielen Dank für diesen Bericht. Ich hätte eine Frage zur Verwendung mit einer Canon 5D Mark II. Diese hat ja keinen eingebauten Blitz. Gibt es dennoch die Möglichkeit diesen Blitz mit der 5D an einem Hugyfot zu betreiben und welches Zubehör wäre dazu erforderlich?


  2. Adrian Says:

    Hi,

    an der 5D Mark II kannst Du die S-2000er nicht ohne weiteres nutzen. Dort muss man einen anderen (kabelgebundenen) Blitz als Master nehmen.

    Es gab mal von INON einen sog. Optical Converter, der elektrische Auslösungen in optische wandeln konnte. Ich weiss aber nicht, ob und wie gut das hiermit funktioniert.

    Für die 5D Mark II sind die Z-240 sicherlich deutlich besser. Ich habe mich für die S-2000er für mein 7D Setup entschieden, bei meinem 5D Mark II Setup nutze ich 2x Subtronic Pro 160, da die für WW und FE deutlich besser sind.

    Gruss,
    Adrian


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