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Nuweiba: Tauchen im Sinai

28. September 2009 | keine Kommentare | Geschrieben in Tauchen, Unterwasserfotografie, persönlich

Ich bin nun wieder im Lande und habe eine wunderschöne Woche in Nuweiba verbracht. Bereits nach wenigen Tauchgängen stand für mich fest: Das Tauchen in Nuweiba ist ein Hammer. Nuweiba ist ein völlig unscheinbares Städtchen zwischen der Partymeile Dahab und Taba. Ich bin zusammen mit Ralf und Stephanie mit Condor von Düsseldorf nach Sharm el Sheikh geflogen. Dort hat ein Auto auf uns gewartet und wir sind nochmals knapp zwei Stunden Richtung Norden gefahren. Vor einigen Jahren war Nuweiba das Naherholungsgebiet für viele Israelis, da die Grenze nicht weit entfernt ist. Nach einigen Bombenanschlägen ist der Tourismus wieder eingeschlafen. Die Stadt besteht aus einem Hafen, wo täglich Fähren nach Jordanien fahren und einer kleinen Hafenmeile. Restaurants oder Bars sucht man vergebens. Vereinzelt stößt man auf kleine Hotels mit unterschiedlichen Ansprüchen, die allerdings ziemlich leer waren. Es gibt scheinbar nur wenige Touristen bzw. Taucher, die sich für einen Tauchurlaub in Nuweiba interessieren. Umso besser, denn noch immer ist Nuweiba der Geheimtipp in Ägypten.

Aus meiner Sicht hätte der Tauchurlaub nicht besser laufen können. Manfred und Anke waren bereits eine Woche vor Ort und kannten die Umgebung schon gut. Sie waren schließlich schon zweimal dort. Bei der Ankuft in unserem Hotel haben wir erstmal ein leckeres Sakara bekommen und konnten die Anreise verdauen. Dirk, unser Tauchguide und Organisator, begrüßte uns herzlich und zeigte uns kurz die Anlage. Das Hotel ist nichts besonderes. Es handelt sich um eine einfache Unterkunft. Die Anlage macht einen sauberen Eindruck, aber die Zimmer müssten dringend generalüberholt werden. Für mich, als Taucher, der nur ein Bett und einen Tisch für den ganzen Fotokram braucht, hat es ausgereicht. Ich würde jeder Zeit wieder dorthin fahren. Ein weiteres Bonuspunkt des Hotels. Das Essen war wirklich sehr gut und hat keine Nebenwirkungen mit sich gebracht. Das ist in Ägypten keine Selbstverständlichkeit. Der Staff war, wie in Ägypten typisch, zu jeder Zeit sehr freundlich und hilfsbereit.

Bei der Tauchbasis gab es erst vor kurzem einen Besitzerwechsel, der noch nicht ganz abgeschlossen ist. Dirk, ein kompetenter und aufgeschlossener Mensch, hat den Tauchbetrieb organisiert. Es war mehr als professionell. Ich habe ja bereits sehr viele verschiedene Tauchbasen auf der Welt gesehen. Aus diesem Grunde kann ich nur bestätigen, dass Dirk einen absoluten Top-Job geleistet hat. Er hat uns täglich nach unseren Wünschen und Bedürfnissen gefragt. Die Planungen für den Tag hat er uns überlassen und ggf. Tipps gegeben, wie wir den Tauchtag am Besten planen. Es gab nur einige wenige Regeln, diese waren sinnvoll. Wir haben von Dirk vollstes Vertrauen bekommen und durften dadurch sehr frei Tauchen. Die gesamte Gruppe war mit dem Tauchbetrieb zufrieden, denn Dirk hat stets sein Bestes gegeben und ein hohes Engagement bewiesen. Er hat uns eine unvergessliche Tauchwoche ermöglicht.

Nun ein paar Sätze zum Tauchen. Es gibt dort zwar nicht viele Tauchplätze, aber die, die es gibt, haben es wirklich in sich. Das Hausriff war der Kracher. Dort haben wir einige Tag- und Nachttauchgänge gemacht, die wirklich enorm viel Spass gemacht haben. Dort herrscht ein reger Verkehr und es gibt Sachen zu entdecken, die es im Rest vom Roten Meer nicht gibt. MFO Pipeline ist mein persönlicher Favorit. Dabei handelt es sich um eine stillgelegte Entsalzungsanlage, deren Relikte bis in eine Tiefe von zwanzig Meter in das Meer führen. Die Pipelines sind mittlerweile von verschiedenen Korallen überwuchert und beherbergen jede Menge Fisch und Kleingetier. Dort haben wir auch einen Nachttauchgang durchgeführt. Es war der Oberhammer. Diesen Nachttauchgang werde ich nicht mehr vergessen. Es war so belebt und aufregend. Man kann es kaum in Worte fassen, aber ich war sprachlos. Die Boje sollte jedem Taucher bekannt sein. Es ist eine Stahlkonstruktion, die in knapp 30 Meter beginnt und völlig überwuchert von Weichkorallen ist. Man findet dort alles - es ist wie auf der A2 - absolut überfüllt.

Was gibt es dort eigentlich bei den ganzen Tauchplätzen zu sehen? Die Frage ist einfach zu beantworten. Man findet tolle Korallenlandschaften, die oftmals nur an Aussenriffen im Roten Meer zu finden sind. Der Bewuchs ist fantastisch und inspirierend. Bei vielen Tauchplätzen - gerade MFO - schwimmt man in einer Fischsuppe. Man weiss nicht worauf man sich konzentrieren soll, da es einfach viel zu viel gibt. Ansonsten gibt es dort alles, was man als Makroliebhaber sich wünscht. Nacktschnecken bis zum Abwinken, zahlreiche Anglerfische, Drachköpfe, Krabben, Seepferdchen und kleine Muränen. Es gibt eine Menge zu sehen und zu fotografieren. Ich war von der Form- und Farbvielfalt beeindruckt. Es ist ein völlig neues Rotes Meer, was ich kennenlernen durfte. Man darf natürlich nicht mit viel Großfisch rechnen, sondern eher auf die kleinen Dinge setzen, aber das dürfte jedem Nuweiba Tauchtouristen bekannt sein. Ich habe viele tolle Tauchgänge erlebt und weiss nun, dass Nuweiba seinem Ruf als Geheimtipp gerecht wird. Die Tauchplätze sind nicht überfüllt, selten haben wir überhaupt jemanden getroffen. Wer Ruhe zum Entspannen und ein unberührtes Tauchparadies sucht und dabei auf Luxus verzichten kann, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Ich kann nur hoffen, dass Nuweiba weiterhin ein Geheimtipp bleibt, denn ich würde gerne wieder in ein paar Jahren vorbeischauen. Es hat mir viel Spass gemacht. Ein besonderer Dank geht an “meine” Reisetruppe. Manfred, Anke, Ralf und Stephanie. Es hat mir mit Euch wirklich richtig Spass gemacht und es würde mich freuen wieder mit Euch auf Tour zu gehen.

Fotos werden in den nächsten Tagen folgen.

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