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Brothers & Daedalus – Wracks, Haie und andere Überraschungen

26. April 2010 | 1 Kommentare | Geschrieben in Tauchen, Unterwasserfotografie

Mal wieder ist eine schöne Safari durch das Rote Meer zu Ende gegangen. Die 11-tägige Safari führte uns zu den besten Tauchzielen im Roten Meer. Die Brothers und Daedalus sind immer eine Reise wert. Im Vergleich zum letzten Jahr waren bei dieser Reise viele andere Haie unsere treuen Begleiter. Klassisch haben wir zwei Tage am großen Bruder verbracht und die Numidia und Aida betaucht. Die Schiffsglocke der Numidia wurde mal wieder nicht gefunden. In diesem Jahr war nur wenig Strömung an den Wracks, sodass man völlig entspannt alles abtauchen konnte. Die Numidia fasziniert mich immer wieder. Der Bewuchs ist einzigartig und ich habe selten so ein schönes Wrack gesehen. Es ist fast wie eine nie endende Liebesgeschichte, denn man entdeckt immer wieder neue Seiten am Schiff.

Die Aida ist kein schlechtes Wrack, aber im Vergleich zur Numidia nur ein Schrotthaufen. In diesem Jahr haben wir einen interessanten Driftdive gemacht. Wir haben die Numidia betaucht und sind dann auf einer Tiefe, die für Sporttaucher nicht geeignet ist, zur Aida gedriftet. Hierbei hat uns der eine oder andere Hai begleitet. Bei der Aida haben wir dann mit dem Aufstieg begonnen. Das war ein echt toller Tauchgang.

Anschließend haben wir drei schöne Tage am kleinen Bruder verbracht und jede Menge gesehen. Es waren sehr viele Graue Riffhaie und Silvertips unterwegs. Mein Darling, der C. Longimanus, war leider nicht von der Partie. Die Enttäuschung war schon sehr hoch, da ich an den Brothers bisher immer drei bis vier Exemplare gleichzeitig hatte. Meine offene “Foto”-Rechnung aus dem letzten Jahr, wo beim perfekten Bild, der Blitz versagte, konnte ich also nicht begleichen. Trotzdem war auch der kleine Bruder sehr angenehm.

Endlich ging es weiter. Daedalus, meine Perle, war nach einer Nachtüberfahrt unser Quartier für die nächsten drei Tage. Das Glück schien auf unserer Seite zu sein, denn wir waren mal wieder alleine an dem wohl besten Tauchplatz der Welt. Hier ist alles möglich. Neben dem wohl schönsten Korallenriff, welches Poseidon erschaffen hat, findet man hier Großfisch ohne Ende. Der erste Tauchgang war natürlich auch gleich wieder ein Volltreffer. Mitten im Big Blue, wo das Riff fast nicht mehr erkennbar ist und in einer Tiefe von ** Metern kam mir der erste Hammerhai wohl gesonnen entgegen. Im Blau zeichneten sich die ersten Schatten, ja, ich wusste, dass ich Zuhause bin. Die Hammerhaischule zeichnete sich immer deutlicher ab und grob aus der Ferne gezählt waren es vierzig Tiere. Sie kamen immer näher und mein Atem wurde immer stummer. Es war einer dieser Moment, wie ich ihn selten erlebt habe. Die Hammerhaischule zog an mir vorbei, einzelne Tiere waren nicht weiter als einen Meter von mir entfernt. Links, rechts, oben und unten. Sie waren überall und ich war mitten in der Schule. Es war der perfekte Moment. Ein weiterer Beweis, dass der Mensch und Hai in Frieden koexistieren können. Fotos gibt es keine, da diesen Moment einfach genossen habe. Die Kamera war völlig unwichtig, denn nur der Moment zählte.

Als Jugendlicher (ich glaube ich war 14 oder 15) hatte ich bereits zwei solcher Begegnungen, die sich in mein Gedächtnis gebrannt haben. Die Erinnerungen sind so präsent als ob es gestern gewesen wäre. Ich bin mir sicher, dass sich dieser Tauchgang ähnlich in mein Gedächtnis einbrennt.

Auch der zweite Tauchgang war ein voller Erfolg, aber diesmal waren zuviele Taucher in unserer Nähe, die einen solch engen Kontakt verhinderten. Dennoch verirrte sich der ein oder andere Hammerhai in unsere Nähe.  Hammerhaie zählen für mich zu den beeindruckendsten Haiarten und somit war der Tag natürlich der Hit. Am Nachmittag haben wir einen “Plattform”-Tauchgang gemacht und unsere neuen Freunde kennengelernt. Seidenhaie, die uns in den folgenden drei Tagen nicht von der Seite gewichen sind. Sie waren groß und zu fünft. Leider blieben sie aber immer zwei bis drei Meter von der Kamera entfernt – zuviel für ein gutes Foto. Meine Versuche den Tieren näher zu kommen scheiterten.

Über Nacht waren drei weitere Schiffe am Daedalus Reef angekommen und dementsprechend viel Verkehr war an dem kleinen Riff unterwegs. Die Hammerhaischule war nicht mehr gesehen, nur einzelne Tiere. Ich bin extrem weit vom Riff entfernt gewesen. Ich konnte es lange nicht mehr erkennen. Ich habe noch schemenhaft die Taucher erkannt, die sich zwischen mir und dem Riff befanden. Für einen kurzen Augenblick war ich Zeuge, wie ein Marlin an mir vorbeizischte. Ein kurzer Augenblick, vielleicht zwei Atemzüge und das war es. Kurz, aber schön!
Es ging zurück zu unseren Freunden unter das Boot. An Bord witzelten wir immer, dass scheinbar im Roten Meer ein Schüleraustauschprogramm stattfindet. Von den bekannten Hochseehaien war weit und breit nichts zu sehen, nur die Seidenhaie zogen ihre Kreise um das Boot. Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Korallen. Auf der Suche vergeblichen Suche nach Fuchshaien, die immer in riffnähe auffindbar sind, konnte ich die Zeit für schöne Shots im Riff nutzen. Leider hatte ich ziemlich viel Deko auf der Uhr, sodass der Tauchgang nach 110 Minuten noch immer nicht zu Ende war. Die Dämmerung setzte ein und wir näherten uns unserem Boot. In Riffnähe schoss ein Seidenhai auf uns zu und drehte schnell ab, aber das Schwimmverhalten war anders. Die fünf Seidenhaie patrouillierten unter dem Boot und irgendwie war es schwierig zur Leiter zu kommen. Einen kurzen Augenblick kam ein großer Seidenhai wie ein U-Boot auf mich zugeschossen und drehte erst wenige Millimeter vor meiner Kamera ab. Wow, ein perfekter Moment und die Technik hat auch funktioniert. Ein absolut geniales Bild ist dabei entstanden. Überglücklich sind wir nach 120 Minuten wieder an Bord gewesen.

Danach ging es in Richtung Elphinstone Reef, wo keine großen Ereignisse mehr eingetreten sind.

Die Tour mit Bluewater Safaris war wieder ein voller Erfolg. Judith, Ahmed und der Rest des Teams sind einfach klasse. Es gab viel zu lachen und die gute Laune war an Bord immer präsent. Wir sind mit einer Gruppe aus Ingolstadt von der Tauchbasis Schwerelos gefahren. Hiermit möchte ich mich bei allen Teilnehmern bedanken, denn es hat alles gepasst. Besonders bei Helmut, dem Besitzer der Tauchbasis, und Gerhard möchte ich mich bedanken. Sie haben mir alle Fragen, die ich zum Thema Rebreather hatte, mit Geduld und Fachwissen beantwortet. Das Fachwissen war beeindruckend und man wusste sofort, dass die Beiden genau wussten, wovon sie reden. Leider waren sie so überzeugend, dass ich nun mit meiner Finanzministerin in längere Verhandlungen treten muss. Der Entschluss steht fest, ich werde mir einen eigenen Rebreather zulegen. Die Technik hat mich überzeugt und mein Setup habe ich bereits. Warum muss ich mir eigentlich immer so teure Hobbies aussuchen?

Vielen Dank für diese einzigartige Safari.

PS: Fotos werden in den nächsten Wochen ausgewertet und gezeigt.

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