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Graufilter Fotografie mit 1000x Graufiltern

20. Februar 2011 | keine Kommentare | Geschrieben in Fotografie

Graufilter (oder ND-Filter) sind die letzten Überbleibsel der analogen Fotografie, die auch noch in der digitalen Welt eingesetzt werden. Fast alle anderen Filter sind von der Bildfläche verschwunden oder werden zweckentfremdet. UV-Filter sind das beste Beispiel – normalerweise völlig unnütz bei digitalen Kameras, werden diese Filter oft als Objektivschutz verwendet. Doch was macht Graufilter so interessant und warum haben sie überlebt?

Graufilter sind zunächst einfache Lichtvernichter. Je stärker der Graufilter bzw. je höher der ND Wert, desto mehr Licht wird durch den Filter geschluckt.

Hääää? Ich denke man kann von Licht nicht genug bekommen.

Das werden sich jetzt viele denken. Klar, oftmals wünscht man sich mehr Licht, aber es gibt eben auch Ausnahmen. Das Ziel eines Graufilters ist es, dass man die Belichtungszeit verlängern kann ohne dabei die Blende zu schließen oder die ISO zu reduzieren. Beide Änderungen hätten eine drastische Wirkung auf das Bild, denn die Blende verändert die Schärfentiefe bzw. erweitert die Schärfenebene und eine weitere Reduzierung der ISO kann unter Umständen zu drastischen Einbussen bei der Dynamik führen. Aus diesem Grund sollte man z.B. bei einer Canon EOS 5D Mark II auf ISO 50 bzw. L tunlichst verzichten.

Wo kann ich diese verlängerte Belichtungszeit durch einen Graufilter gebrauchen?

Die Anwendungsgebiete sind völlig unterschiedlich. Man kann mit Graufilter sehr effektiv durch das Bild laufende Menschen verschwinden lassen. Gleiches gilt natürlich auch für Autos oder andere sich bewegende Objekte. Kennt Ihr Bilder, wo eine ganze Strasse wie leergefegt wirkt? Ihr fragt Euch wie man das macht? Ganz einfach! Man verwendet einen ND-Filter mit einem sehr hohen ND-Wert und erhält hierdurch extrem lange Belichtungszeiten, die je nach Situation mehrere Minuten dauern. In diesem Fall wird alles, was statisch ist, auf dem Bild erscheinen und jedes bewegte Objekt wie von Zauberhand verschwinden. Mit weniger intensiven Graufiltern werden die bewegten Objekte völlig verwischt und nur noch schemenhaft sichtbar sein.

Oft werden Graufilter auch zur Dramatisierung von Wolken herangezogen. Mit Hilfe einer längeren Belichtungszeit ist in den Wolken wesentlich mehr Dynamik auf dem fertigen Bild zu sehen.

Eine weiteres durchaus beliebtes Objekt ist Wasser. Mit Hilfe von extrem langen Belichtungszeiten kann man ein sehr “glattes” Wasser auf dem Foto festhalten. Dieser Effekt wird oft bei Flüssen, kleinen Bächen oder unruhigen Seen verwendet. Ein toller Nebeneffekt ist, dass Spiegelungen im Wasser deutlich klarer wirken und das Bild insgesamt wesentlich ruhiger machen.

Es gibt noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten.

Die Auswahl an Graufiltern ist gigantisch groß. Es gibt jede Menge Anbieter, die verschiedene Modelle anbieten. Neben dem passenden Gewinde muss man unbedingt auf die Filterdichte achten. Sehr geläufig sind Graufilter mit einem ND-Wert von 3 bzw. 1000fach Graufilter. Hier empfiehlt sich zum Beispiel der B+W Graufilter 1000x F-Pro 110 SH 77mm. B+W gehört zu den besten Filterherstellern und ist sowohl für die optische als auch mechanische Qualität bekannt. 77mm ist der Filterdurchmesser, der oftmals verwendet wird. Fast alle Canon L-Objektive haben diesen Filterdurchmesser, wodurch der Filter an vielen Objektiven genutzt werden kann. Alternativ kann man auch Filter mit kleinerem Durchmesser kaufen oder mit Step-Down Adapter arbeiten. Für den Anfang gibt es auch andere deutlich günstigere 1000fach Graufilter.

Wie man sieht gibt es eine en0rme Vielfalt und jede Menge Anwendungsgebiete. In der kreativen Fotografie sollte also nie ein Graufilter in der Tasche fehlen ;-)

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