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Tagesarchiv für den 09. Mai 2009

Backup / Sicherung von Fotos und anderen Daten - Time Machine & Friends

Mit der langsam immer größer werdenden Masse an sensiblen Daten muss ich mein Sicherungskonzept ein wenig ausbauen. Eigentlich sollte sich jeder Nutzer darüber Gedanken machen, aber leider stößt man immer wieder auf leisen Widerstand. Gut, ich muss zugeben, dass ich mich beruflich auch mit Datensicherungen und Backups auseinandersetzen muss und da geht es um unternehmenskritische Daten. Außerdem sprechen wir da um mehrere Terrabyte. Dort muss natürlich ein ausgefeiltes Konzept erstellt werden und eine Menge Geld zur Verfügung stehen.

Im privaten Bereich würde ich nicht jedem Nutzer empfehlen komplexe Backupsysteme aufzusetzen und sich über Versionierung und Verfallszeiträume Gedanken zu machen. Jeder Mac Nutzer, der eine aktuelle Mac OS X Version einsetzt wird in der Lage sein Time Machine zu konfigurieren und einzusetzen. Es ist eine einfache Lösung, die allerdings auch einige Haken hat, dennoch ist es so besser als gar kein Backup zu haben. Windows Nutzer müssen sich ein wenig mehr in das Thema einlesen, aber es gibt genügend (kostenfreie) Software für diesen Zweck.

Ich habe bis dato auch mit Time Machine gearbeitet, aber es nervt mich tierisch, dass ich dafür immer das Backupvolume anschließen muss (ext. FW-Festplatte). Ich habe die Festplatte nicht immer dabei und finde es einfach lästig. Es gibt zwar auch einen Workaround Time Machine netzwerkfähig zu machen - es funktioniert sogar, ABER das ganze ist mit Vorsicht zu genießen. Time Machine benötigt das Mac OS X typische Dateisystem HFS+, weil mit Time Machine auch geforkte Rechte gesichert werden, die es in keinem anderen Dateisystem gibt bzw. damit nicht umgehen kann. Man kann also ein Image erzeugen, was auf einem Netzlaufwerk abgelegt ist, welches mit HFS+ formatiert ist. Das ganze funktioniert gut und stabil bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Share voll ist (Festplatten voll, oder Richtlinien der max. Größe). Dann wird nämlich das gesamte Image samt Backup-Historie ungültig und Time Machine verweigert seinen Dienst. Nutzt man Time Machine mit einem lokalen Medium und das Sicherungsvolume ist voll, fängt Time Machine an die ältesten Daten zu löschen und die restl. Daten sind noch vorhanden.

Ein weiterer Nachteil von Time Machine ist die fehlende Unterstützung der Deduplizierung und Archivierung auf Tapes. Mit Hilfe der Deduplizierung können doppelte Inhalte eingespart werden (ich habe viele doppelte Dateien). Der größte Nachteil ist die fehlende Unterstützung von Tapelaufwerken wie z.B. LTO2 oder LTO3. Das ist mit Sicherheit nicht Gang und Gebe, aber immer noch die beste und langfristigste Lösung Daten zu sichern und vorzuhalten. Festplatten und andere Datenträger wie CDs, DVDs und BDs verfallen nach einigen Jahren. Tapes werden bei richtiger Aufbewahrung uralt und können den Menschen überleben. Außerdem kann ich Tapes auch an anderen Orten aufbewahren z.B. bei meinen Eltern, denn ein Backupmedium muss örtlich von der Datenquelle getrennt sein (Wasserschaden, Brand, Diebstahl, etc).

Ein weiteres Feature, welches ich mir wünsche? Ich möchte überall und zu jeder Zeit online auf meine Daten über HTTP, FTP und SSH zugreifen können. Lösungen wie z.B. MobileMe sind ganz nett, aber viel zu begrenzt und kein Mensch weiss, was mit den Daten angestellt wird. Anmerkung am Rande: MobileMe gehört zu Apple und Apple hostet MobileMe in den USA. In den USA gibt es nur sehr nachlässige Datenschutzrechte und der Staat kann ohne Mühe auf alle Daten (Speicher und Traffic) zugreifen - ohne besondere Erlaubnis. Das hat natürlich auch für deutsche Nutzer folgen, weil der Dienst in den USA gehostet wird. Es geht hierbei nicht darum, dass es um “komische” Inhalte geht, aber ich möchte halt nicht, dass man dort meine Briefe an Behörden lesen kann oder die Adressen meiner Freunde herausfinden kann.

Die Datensicherung soll natürlich überall möglich sein - im LAN und über das Internet.

Last, but not least. Die Daten sollen natürlich dupliziert gesichert werden, d.h. die Daten sollen einmal auf ein Festplattenarray gesichert werden (für Zugriff von überall) und gleichzeitig auf einen Rootserver kopiert werden.

Das hört sich wahrscheinlich nicht so einfach an und auch ein kompliziert, aber als IT’ler steht man eben in der Pflicht. Außerdem kann ich einen Datenverlust zu fast 100% ausschließen - aber nur fast, denn einen Kollateralschaden wie Krieg kann man nur schwer ausschließen.

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